Zurück zu Mutti
Nach meiner Scheidung bin ich mit den Kindern zurück in das Haus meiner Eltern gezogen. Nach dem Tod meines Vaters lebte meine Mutter ja dort alleine. Mit meinem Ex-Mann hatten wir weit entfernt von meinem früheren Zuhause gelebt, da er dort ideale berufliche Entwicklungschancen in der Firma seines Vaters gehabt hatte. Eigentlich wollte er, dass ich nach der Geburt unserer Kinder komplett zuhause bleibe, bis sie aus dem Gröbsten raus sind. Aber nur Kinder, Haushalt und Garten und der Kaffeeklatsch mit den Nachbarinnen haben mich einfach nicht ausgefüllt. Zähneknirschend akzeptierte er, dass ich dann zumindest halbtags wieder in meinem gelernten Beruf als Landschaftsarchitektin gearbeitet habe. Das erwies sich auch als absolut richtig. So war ich bei den aktuellen Entwicklungen immer auf dem Laufenden und fand auch bald in meiner alten Heimatstadt eine geeignete Stelle. Die Jungs waren mit 12 und 13 Jahren inzwischen schon recht selbständig und die Oma freute sich darüber, ihre Enkel bekochen zu können. Die revanchierten sich auch, in dem sie tüchtig bei der Gartenarbeit halfen. Ich hatte meine Mutter auch nach Kräften unterstützt, den Garten wieder neu in Form zu bringen. Wir haben eine neue Hecke aus Kirschlorbeer gepflanzt und einige Gemüsebeete neu angelegt, da ja jetzt vier Personen zu versorgen waren. Auch ihren Wintergarten habe ich einer gründlichen Zäsur unterzogen. Der war ja der reinste Dschungel. Jetzt blühen dort auch Azaleen und bringen an trüben Tagen bunte Stimmung ins Haus. Draußen bin ich dem Sonnenblumenwildwuchs ein wenig zu Leibe gerückt, ich mag zwar Sonnenblumen unglaublich gern, aber es gibt schließlich auch noch andere schöne Pflanzen. Die Rhododendren kommen jetzt auch viel besser zur Geltung.